eCommerce: Mit dem Bike zum Micro-Hub


Cargobike

Die optimale Logistiklösung für den eCommerce ist ein Zusammenspiel aus Hard- und Software.

Die Verwandtschaft ist unbestritten: Sowohl der Handel als auch die Logistik gehören zur Familie der Dienstleistungen. Manche Handelskonzerne behaupten sogar, in ihrer Essenz Logistikdienstleister zu sein. Besonders gut nachvollziehbar ist dieser Standpunkt aus der Perspektive des eCommerce. Hier wird der Umsatz fast ausschließlich durch typische logistische Dienstleistungen wie Kommissionieren, Bündeln, Verpacken und Versenden erwirtschaftet, während die damit zusammenhängenden Prozesse durch hochkomplexe Logistiksoftware gesteuert werden.

Drohende Preiserhöhungen

Abgesehen vom Internet ist die Logistik demnach der wichtigste Enabler des eCommerce. Neben der „Hardware“ in Form von Fahrzeugen, Rollenbahnen oder Scannern spielt dabei die Software eine zunehmende Rolle. Hier geht es zum Beispiel um das Abbilden von Einlagerungs-Strategien, die optimierte Wegeplanung der Kommissionierer oder die automatische Auswahl der jeweils am besten geeigneten KEP-Dienstleister. Während sich die internen Abläufe zwischen Warenein- und Warenausgang sehr gut planen lassen, beginnen die Unwägbarkeiten nach der Übergabe an den Paketdienstleister. Dieselfahrverbote, Fahrermangel, zunehmende Staus und fehlende Haltemöglichkeiten sind zwar nicht primär die Probleme der Verlader, werden sich aber kurz- und mittelfristig in Form von Preiserhöhungen auch in den wettbewerbsrelevanten Versandkosten niederschlagen.

Nacht mit neuen Perspektiven

Umso interessanter sind die Lösungsansätze, mit denen die Paketdienstleister den Herausforderungen auf der letzten Meile begegnen wollen. Die Elektromobilität kann hier – allerdings auch nicht unumstritten – eine zentrale Rolle spielen, denn durch sie kann das Problem der lokalen Schadstoff- und Lärm-Emissionen gelöst werden. Als besonders geräuscharme Antriebe eröffnen die E-Motoren zudem völlig neue Perspektiven der Nachtbelieferung im Stadtgebiet. Die Transporter könnten während der Nacht die zentralen Micro-Hubs befüllen, die als Ausgangspunkt für die Auslieferung an die Endempfänger dienen. Diese wird dann tagsüber von elektrischen Cargobikes oder Lastenrädern übernommen, die "ihr" Micro-Hub mehrmals täglich ansteuern und deshalb mit geringeren Ladevolumen und Reichweiten auskommen.

Ein Hub für Viele

Bei den Micro-Hubs sind mobile und stationäre Lösungen denkbar. Es kann sich um abgestellte Trailer oder leerstehende Ladenlokale handeln. Vielleicht werden wir hier auch Multi-Use-Ansätze erleben, bei denen ein Hub von mehreren Paketdienstleistern gemeinsam genutzt wird. Besonders dann sind intelligente Lösungen gefordert, die jeden Partner mit Hilfe von Sensoren und Software über die aktuelle Belegung und Auslastung der vorhandenen Kapazitäten informieren. Daran wird deutlich, dass für den Aufbau einer optimalen eCommerce-Lösung nicht nur die Hardware, sondern auch die Software betrachtet werden muss.

Bild:Robert Schönberger
  • Dr. 
  • Robert 
  • Schönberger
  • Projektgruppenleiter
  • Adresse:
  • Messegelände
  •  
  • 81823 München
  • Dr. Robert  Schönberger
  • Projektgruppenleiter
Bild:Robert Schönberger
  • Adresse:
  • Messegelände
  •  
  • 81823 München