City Logistik: Mit Strom, Gas und Muskelkraft


City Logistik

Fahrzeughersteller, Vermieter und Logistiker bieten bereits zahlreiche konkrete Lösungen für eine saubere und effiziente Stadtbelieferung.

Bei der Suche nach Lösungen für die City Logistik geht es nicht nur um den Schutz von Umwelt und Gesundheit – auch wirtschaftliche Interessen wie der Gewinn von Marktanteilen und Kundenbindung spielen bei der Suche nach mehr Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Für die Menschen in den Städten sind das gute Nachrichten, denn wenn ökonomische und ökologische Ziele übereinstimmen, beschleunigt das die Forschung nach neuen Konzepten erheblich.

Smarter und voll ausgelastet zum Kunden

„Die immer größer werdende Verkehrsdichte führt nicht nur zu höheren Schadstoffbelastungen, sondern geht auch zu Lasten unserer Pünktlichkeit und verärgert damit unsere Kunden”, erklärt beispielsweise Christian Drenthen, Vorstand Global Land Transport bei der Schenker AG. Sein Unternehmen setze deshalb auf Konzepte, „die uns schneller, effizienter und smarter zum Kunden bringen und damit gleichzeitig Verkehr, Lärm und Abgase in den Städten reduzieren”. Dazu gehören Cargo Bikes und LKW mit alternativen Antrieben, zudem versucht Schenker, “mit dem Platooning oder durch die Erprobung vollautonomer LKWs, Verkehrsströme intelligent und digital zu optimieren”. Den größten kurz- bis mittelfristigen Effekt erziele man jedoch durch die ständig verbesserte Auslastung der Flotten durch eine effiziente Tourensteuerung mit möglichst wenigen Leerfahrten.

City Logistik von Schenker zoom ©Schenker

Passgenaue Konzepte

DHL entwickelt gemeinsam mit Kommunen nachhaltige City-Logistik-Konzepte. „Von der CO2-freien Zustellung mit unserem StreetScooter in ganzen Innenstädten bis zur Auslieferung per Mikro Depot und Lastenfahrrad in einzelnen Stadtbezirken – wir stimmen unsere Lösungen auf die individuellen Bedingungen vor Ort ab und entwickeln unser Angebot kontinuierlich weiter,“ erklärt Marc Rüffler, der als „Head of Operations“ das operative Geschäft bei der Deutschen Post DHL Group verantwortet. Der Paketdienstleister Hermes will mit dem Mobilitätskonzept „Urban Blue“ bis zum Jahr 2025 die 80 deutschen Großstädte emissionsfrei beliefern – und legt das Hauptaugenmerkt auf die Partnerschaft mit Mercedes Benz Vans: „In den nächsten Jahren möchten wir 1.500 E-Transporter eVito und eSprinter auf die deutschen Straßen bringen“, erklärt Michael Peuker, der als Sustainability Manager den Bereich Nachhaltigkeit bei Hermes Germany verantwortet. Zudem testet sein Unternehmen „in Städten wie Berlin und Hamburg die alternative Zustellung per Lastenrad oder im Münchener Raum mit einem elektrischen Leichtfahrzeug“. Zur deutlichen Emissionsminderung würden auch die 15.000 Paketshops in Deutschland beitragen, auch die Einrichtung sicherer Ablageorte werde vorangetrieben.

Lkw: schwer – und sauber

Seitens der Hersteller wächst das Angebot an Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. So bietet Daimler neben den elektrifizierten Varianten von Vito und Sprinter auch den schweren, batterie-angetriebenen Verteiler-Lkw für den urbanen Raum. „Über die theoretische Phase und Prototypen sind wir weit hinaus. Seit September 2018 ist der eActros im Praxiseinsatz bei Kunden in ganz Deutschland unterwegs“, berichtet Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw. Die beteiligten Kunden verteilen allesamt Waren im Stadtverkehr – aber in völlig unterschiedlichen Branchen und Kategorien. „Damit wollen wir umfassende Erkenntnisse sammeln. Unser Ziel ist, ab dem Jahr 2021 lokal emissionsfreies und leises Fahren in Städten auch mit schweren Serien-Lkw zu realisieren.“

Der Nutzfahrzeugvermieter PEMA bietet diese Möglichkeit schon im laufenden Jahr: Ab der zweiten Jahreshälfte liefern die Herzberger die ersten völlig emissionsfreien 16-Tonner vom Typ Volvo FL Electric mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern an ihre Kunden aus. Das ermöglicht Fuhrparkbetreibern den Einstieg in die Elektromobilität, ohne dass sie dabei ein Investitionsrisiko eingehen müssen. PEMA hat aber auch andere alternative Antriebe im Sortiment: „Unsere Kunden können zum Beispiel wählen zwischen LNG-Antrieb und dem Dual Fuel System“, erklärt PEMA Geschäftsführer Peter Ström. Das Dual Fuel System beruht auf einer Zumengung von Autogas im Ansaugtrakt und reduziert den Dieselverbrauch. Im Hinblick auf die City-Logistik mit festgelegten Touren sieht Ström gute Chancen für den LNG-Antrieb. „Im Bereich City-Logistik sowie im Werks- und Linienverkehr können die Tankstopps gut geplant werden. Dadurch spielt hier das sehr dünne Tankstellennetz für LNG kaum eine Rolle“.

Weitere Konzepte gegen den urbanen Kollaps finden Sie in dieser Pressemitteilung, zusätzliche Informationen zum Themenfeld metropolitan logistics auf der Messe hier.

Auch im Konferenzprogramm wird urbane Logistik intensiv diskutiert.