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Pressemitteilung

Ausbau von Zusammenarbeit, Digitalisierung und Infrastruktur sind weltweit entscheidende Faktoren während der Pandemie

18. November 2020

Die transport logistic exhibitions, das transport logistic und air cargo Cluster der Messe München hat mit dem Global Webinar Day erfolgreich eine neue, rein digitale und weltumspannende Plattform ausgerichtet. Mehr als 1.800 internationale Logistikexperten tauschten sich am 12. November über aktuelle Entwicklungen in den insgesamt sechs transport logistic / air cargo Standorten aus.


Der Global Webinar Day der Messe München bot ein breites Themenspektrum mit regionalen Schwerpunkten. Entscheider und Experten der Logistikbranche teilten aktuelle Einschätzungen und gaben wertvolle Einblicke in die Märkte von China, Indien, der Türkei, Afrika, Europa sowie den USA.

Stärkung des indischen Luftfrachtmarkts

In Indien diskutierten die Veranstalter die Frage „Wann steigt Indien zu einer führenden Macht im globalen Luftfrachtmarkt auf?“. Hier forderte Sanjeev Gupta, CEO von SpiceXpress, die indischen Fluggesellschaften sollten aufwachen und sich der Herausforderung stellen, internationale Fracht zu bewegen und so ein Luftfrachtumschlagplatz zwischen Ost und West zu werden. Nur so könne das Ziel von zehn Millionen Tonnen umgeschlagener Fracht bis 2027 erreicht werden. Die Experten waren sich einig, dass alle Akteure der Branche wie Flughäfen, Fluggesellschaften und Verlader, aber auch die Regierung zusammenarbeiten müssen, um den Standort zu stärken. So sollten sie sich mehr auf die Stärkung weniger Hubs sowie den Ausbau digitaler Prozesse

konzentrieren. Gautam Mandal, Director Products, Cargo Flash Infotech, wies auf besonders große Potenziale in der Nutzung von Blockchain für die weltweite Luftfrachtindustrie hin.

Mehr Effizient durch Digitalisierung in der Türkei

Auch die Experten aus der Türkei sahen während des Webinars mit dem Titel „Welche Chancen hat die Türkei, die logistische Drehscheibe für Eurasien zu werden?” große Chancen in der Digitalisierung für die Logistikbranche. So hatte die Turkish Airlines laut Turhan Özen, Chief Cargo Officer des türkischen Carriers, zwar fast 95 Prozent der Belly-Kapazitäten durch die Corona-Pandemie verloren, jedoch konnte das Unternehmen seine digitalen Initiativen wesentlich beschleunigen. Özen prognostizierte, die Türkei werde bis 2024 ein weltweites Luftfrachtdrehkreuz sein. Auch Emre Eldener, Präsident des Verbands der internationalen Speditions- und Logistikdienstleister (UTIKAD), sagte: “Die Digitalisierung der Zollabfertigungsverfahren wird die Prozesse im Hinblick auf Transitfracht vereinfachen, sodass die türkische Logistikbranche in drei Jahren noch effizienter sein wird“.

Die Pandemie verändert den afrikanischen Luftfrachtstandort

Aus Südafrika gaben Experten Einblicke, wie die Veränderungen durch die Corona-Pandemie auch Chancen für den Luftfrachtmarkt in Afrika mit sich gebracht haben. Peter Musola, Manager, Cargo Commercial bei Kenya Airways, erklärte den interessierten Zuhörern, dass sich zwar viele ausländische Fluggesellschaften aus dem Markt zurückgezogen hätten, wodurch es zunächst Kapazitätsengpässe gab. Jedoch nutzte Kenya Airways die Gelegenheit und absolvierte von April 2020 bis heute mehr als 1.000 Frachtflüge. Jedoch brauche es einen klaren Rechtsrahmen, um den Standort weiter zu stärken. Auch Sanjeev Gadhia, CEO & Gründer von Astral Aviation, sagte: „Es muss belastbare Strategien geben. Afrika ist noch immer der teuerste Luftfrachtmarkt aufgrund hoher Steuern und die Infrastruktur muss weiter ausgebaut werden.“ Hier arbeite jedoch die AFRAA eng mit der TIACA und der IATA zusammen, um den Luftfrachtsektor in Afrika weiter zu liberalisieren.

Europa – Synchronisation der Lieferketten dauert an

Am Standort Europa gaben die Experten einen Ausblick auf die Entwicklung der Lieferketten und der Wirtschaft für die nächsten sechs Monate. Prof. Dr. Dennis Ostwald, Geschäftsführer des WifOR Institut in Darmstadt, prognostizierte, dass das BIP in Europa für dieses Jahr um 7,5 Prozent sinken werde. Seiner Meinung nach sei die gegenwärtige Krise eine weitaus größere als 2009. Laut Jan C. Fransoo, Professor für Betriebs- und Logistikmanagement, Tilburg School of Economics and Management der Universität Tilburg, werde es in den nächsten vier Monaten aufgrund der Lockdowns in vielen europäischen Ländern zu erheblichen Schwankungen kommen. Die Regierungen sorgten jedoch dafür, dass es Liquidität gebe und auch, dass die Arbeitslosenquoten noch moderat blieben. Dadurch seien die Menschen weiterhin bereit zu konsumieren, wodurch jedoch die Lagerbestände stark zurückgegangen seien. Prof. Fransoo sagte, die einzelnen Transportunternehmen müssten flexibel sein und dürften nicht auf die langfristigen Verträge schauen. Felix Herzog, Associate Partner für Luft- und Raumfahrt OEM & Zulieferer bei Porsche Consulting, verwies darauf, dass die Erholungszeit für die Luft- und Raumfahrtindustrie aufgrund von Covid-19 mindestens 24 bis 36 Monate betragen werde. “Die Industrie muss einen Weg finden, die Produktionsraten so anzupassen, dass sie die lokalen Märkte widerspiegeln. Da die Lieferketten nicht mehr unter Druck stehen, ist dies ein hervorragender Zeitpunkt für Hersteller und Logistiker, um Geschäftsmodelle und das Dienstleistungsportfolio zu überdenken. Die Zeit gilt es jetzt zu nutzen, um Produktionslinien und Lieferketten für das wieder anziehende Geschäft zu optimieren“, appellierte dieser an die Zuhörer.

Großer Aufschwung bei E-Commerce und Pharmazeutika

Amerika bildete den Abschluss des transport logistic exhibitions Global Webinar Day 2020 mit einem Ausblick auf “Trends, die das Wachstum des Luftfrachtgeschäfts auf dem amerikanischen Kontinent nach der Pandemie prägen werden”. Steve Townes, Vorsitzender und CEO bei ACL Airshop, sagte, die Covid-19 Pandemie sei die schlimmste Krise in der gesamten Luftfrachtbranche. Die Fluggesellschaften trotzten der Situation mit der Etablierung der sogenannten „Preighter“, um lebenswichtige Güter zu transportieren. Durch die weiterhin bestehenden Unsicherheiten sei effizientes ULD Management umso wichtiger. Dies merke nicht nur ACL Airshop, sondern auch andere internationale Spezialisten für ULD-Management wie Jettainer oder Unilode. Auch Robert Fordree, Executive Vice President Cargo bei Menzies Aviation, sagte, sie hätten einen deutlichen Aufschwung bei Pharmazeutika und E-Commerce auf der ganzen Welt erlebt. Trotz der Pandemie wurden allein am Single Day in China 580.000 E-Commerce-Transaktionen pro Sekunde getätigt. Als Ground Handler sah das Unternehmen enorme Fluktuationen von massiven Spitzenwerten bis hin zu einem starken Rückgang der Aktivitäten, sodass es vor der großen Herausforderung stand, entsprechende Planungen zu tätigen. Fordree warnte davor, dass die Welt weder über die Infrastruktur, noch über Kühlketten verfüge, um den Temperaturanforderungen und insbesondere der Tiefkühlung der Impfstoffe überall gerecht zu werden. Alle Experten waren sich einig, dass es eine enge Zusammenarbeit aller Akteure benötige, um der Herausforderung gerecht zu werden.

Zusammenarbeit und Austausch sind wichtiger denn je

Die Messe München zeigt sich zufrieden mit dem Global Webinar Day. „Aufgrund der weltweiten Corona-Pandemie mussten sämtliche Auslandsveranstaltungen des transport logistic Netzwerks seit März abgesagt werden. Mit dem Global Webinar Day haben wir deshalb eine neue Plattform für den Austausch der internationalen Logistikbranche geschaffen. Die Webinare wurden sehr gut angenommen. Dies zeigt uns einmal mehr, wie wichtig der Austausch innerhalb der Branche ist. Wir blicken deshalb grundsätzlich optimistisch auf das kommende Messejahr“, sagte Gerhard Gerritzen, Mitglied der Geschäftsführung der Messe München GmbH, und dankte gleichzeitig allen Partnerunternehmen, die an der Organisation der Veranstaltung mitgewirkt haben. Bei der Planung hatte die Messe München die MM Shanghai, MM India, EKO MMI und MM Südafrika sowie die STAT Media Group eingebunden.

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Pressekontakte
Joachim Biller
Joachim Biller
Brand Manager
Messegelände,
81823 München
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