Herausforderung: “Personal“


logistics jobs

Die folgenden Ausführungen fokussieren auf die Situation in Deutschland und auf gehobene Berufe in der Logistik, wobei aus der Praxis in NL, CH und im Prinzip Europa gesamthaft die gleiche Problematik bekannt ist. Selbst in den USA zeigt sich ein ähnliches Bild: Fahrer fehlen, gute Leute fehlen, Branche wird als unattraktiv wahrgenommen – dem entgegen sprechen hohe Ausbildungszahlen, eine wachsende Beschäftigung und Weiterbildungsangebote, deren Preise locker mit denen der Finanzindustrie mithalten. Kurz gesagt ist die Situation im Arbeitsmarkt genau so unterschiedlich, wie die Branche selbst.

In Deutschland arbeiten fast 3 Millionen Menschen in der Logistik, 0.5 Millionen davon bei Logistikdienstleistern. Das Gros der Logistiker arbeitet als in der Industrie und im Handel. Qualifikation, Arbeitsfeld und Gehalt variieren stark: von Personal, dass nur nach Ampel grün / Ampel rot arbeitet (bzw. arbeiten kann / darf), bis hin zur international anerkannten Spitzenentwicklungen und deren Umsetzung (in Unternehmen, mit Hochschulen etc.).

A) Worum geht es?

In der Logistik steht, wie auch in anderen Teilen der Wirtschaft, viel Wandel an. Digitalisierung und Automatisierung, Globalisierung oder De-Globalisierung, Spezialisierung und Koordination von Spezialisten, ... all das gepaart mit hohem Kostendruck und Leistungs- und Innovationserwartungen der Kunden schafft Bedarf an immer spezieller qualifiziertem Personal einerseits und branchenfokussierten Generalisten andererseits. In der Strategie, aber insbesondere der Operative mangelt es an qualifiziertem Personal. Das gilt für die Logistikabteilungen von Industrie und Handel sowie für Logistikdienstleister. Die gesamte Branche muss sich anstrengen, um auf allen Ebenen gutes Personal zu finden, aus- und weiterzubilden. Fixfertig aus dem Nichts, aus der Ausbildung, dem Fachhochschul- oder Hochschulstudium kommt kaum brauchbares Personal. Und die neuen Generationen haben die Wahl zwischen vielen interessanten Berufen (und Optionen, wie sie die Welt retten können oder zumindest die Miete bezahlen). Die Frage „warum Logistik“ steht daher für die Branche im Zentrum. Die Frage „was und wen brauche ich, wie passen die in mein Team“ für die Unternehmen. Die Frage, wie sich die Logistik ändern muss, um neuem Talent Raum zur Entfaltung zu geben, wird oft nur am Rand diskutiert.

„Size of Prize“ (was ist das wert?)

Hier ein Einblick in die gehobenen Laufbahnen: Bachelor-Absolventen in Deutschland sind der Logistik knapp EUR 39’500 pro Jahr wert, nur Medienhäuser und Messen zahlen weniger (siehe Studien unten). Der Supply Chain Master der Michigan State (der beste der Welt) kostet USD 51'600 (EUR 49'000) etwa genauso viel wie ein Master in Finance an der London Business School (GBP 43'100 = EUR 50'000, ebenfalls der beste der Welt). Jedenfalls steigt der Wert guter Leute auch in der Logistik, denn die sind rar. Und auch wenn das die alten Hasen nicht wahrhaben wollen: es kippt in Richtung Technik / IT. Fazit: Wenn die Logistik weiter bezahlbares Personal haben will, muss sie sich den Bewerbermarkt selbst schaffen (Investition in Aus- und Weiterbildung, Marketing / Image, Entfaltungsspielraum). Weniger jammern, mehr selbst machen, wirklich attraktive Angebote schnüren und das bezahlen können bzw. überhaupt wollen.

B) Thematische Informationen

B1) Megatrends (plus Links zu Studien und Lehrstühlen)

  • Es fehlt seit Jahrzehnten an allen Ecken und Enden (siehe Studien unten, Lagerlogistiker, Fahrer, ITler etc.) und trotzdem wächst die Branche...
  • Grosse Logistikdienstleister, wie die Integratoren, setzen bewusst auf den Personalaufbau in den neuen technischen Berufen, es ist unklar wie lange kleinere Logistikdienstleister überhaupt dagegenhalten können.
  • Es ist unklar, ob und wann Digitalisierung und Automatisierung welche Teile des Logistik-Personals ersetzen bzw. was das wirklich für Auswirkungen hat. Klar ist schon jetzt: die Ankündigungen alleine haben einen Effekt auf den Arbeitsmarkt (ganz ehrlich: wer ist schon so blöd und wird 2020 LKW-Fahrer, nur um 2027 vom Computer ersetzt zu werden?)
  • Die Professionalisierung durch Vergleichbarkeit bei Aus- und Weiterbildung ist im Gegensatz zu anderen Branchen (z.B. Medizin, Finanzen) gering

Was ist die Bedeutung von Personal in der Logistik?

  • Weite Teile der Logistik sind personenbezogen: Erfahrungswissen, Beziehungen und Vertrauen. Verlässt eine Person mit Spezialisten- oder Kundenwissen das Unternehmen, drohen Probleme.
  • Innovationen werden immer von Personen angeschoben und umgesetzt. Wer erfolgreich wirtschaften möchte, braucht die besten Köpfe für Strategie und vor allem für die unerschrockene Umsetzung
  • Die potentialorientierte Sichtweise auf Personal ist nicht immer vorhanden, sondern Personal wird in der Praxis teilweise immer noch wie Zitronen gesehen: zum Ausquetschen und Verheizen.
  • Die Logistik kann auch Leute beschäftigen, die aufgrund mangelnder Qualifikation sonst keinen Zugang zum Arbeitsmarkt hätten (aufgrund der kleinteiligen und standardisierten Prozesse), auch das macht sie gesellschaftlich wichtig.

Kernherausforderungen

  • Was genau sind die neuen Kompetenzen, die es auf den verschiedenen Ebenen braucht - wie bekomme ich die als Arbeitgeber?
  • Die richtigen Leute für die neuen Herausforderungen anziehen und für eine Karriere in der Logistik überzeugen (egal, ob Industrie- und Handelsunternehmen oder Logistikdienstleister), inklusive Entfaltungsmöglichkeit.
  • Mit neuen Berufen und neuem Personal umgehen (es braucht z.B. mehr IT und ITler sind eben typischerweise etwas anders drauf als Lagerlogistiker und entsprechend braucht es anderes Personalmanagement und andere Management-Methoden als bislang).
  • Bestehendes Personal und Quereinsteiger rasch befähigen, den digitalen Wandel zu gestalten (Aus- und Weiterbildung, Unternehmenskultur, Kooperationen mit IT-Firmen, Hochschulen usw.) und damit langfristig binden.
  • Strategie für den Umgang mit neuen Generationen in einer traditionellen und hemdsärmeligen Branche (alte Haudegen versus zarte Smartphone-Hände).
  • Image verbessern und den persönlichen Kontakt herstellen (die Logistik kann tolle und packende Geschichten erzählen), z.B. an Messen.
  • Wie junge Leute davon überzeugen, dass es in einer Branche, die Automatisierung und Digitalisierung feiert, noch manuelle Arbeit braucht (insb. im Lager (Augmented Reality) und am Lenkrad (Driverless Trucks, Platooning)?
  • Wie junge Leute von einer Branche überzeugen, die – ähnlich wie das Bauwesen – durch knallharten Verdrängungswettbewerb und über Lohndumping funktioniert (Nicht zu zitierender Hinweis: Fahrer gibt’s mitten unter uns ab EUR 600 pro Monat, die müssen dann davon aber noch LKW-Miete etc. abführen).

Logistiker stellen 18% der Top 100 forschenden Profs in DE (Handelsblatt, 2014):

Rang 2014 Name Institution Alter 2014
2 Nils Boysen Jena Uni 41
3 Christoph Glock Darmstadt TU 33
11 Stefan Minner München TU 45
32 Carl Marcus Wallenburg Koblenz/Vallendar WHU 40
36 Stefan Nickel Karlsruhe Institute of Technology (KIT) 48
42 Asvin Goel Bremen JU 41
44 Hans Sebastian Heese EBS Uni 39
46 Richard F. Hartl Wien Uni 57
48 Dirk Briskorn Wuppertal Bergische Uni 36
53 Karl F. Doerner Wien Uni 43
59 Stefan Seuring Kassel Uni 46
61 Alf Kimms Duisburg-Essen Uni  
64 Gudrun Kiesmüller Magdeburg Uni 47
69 Malte Fliedner Hamburg Uni 35
72 Herbert Kopfer Bremen Uni  
77 Ulrich W. Thonemann Köln Uni 49
83 Frank Meisel Kiel Uni 35
93 Guido Schryen Regensburg Uni  

B2) Einordnung am 3-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit (people, planet, profits)

People: Logistik kann und muss sowohl geringst- wie auch höchstqualifizierte einstellen, ihre Innovationskraft hat einen wesentlichen Anteil daran, wie gut unsere Welt funktioniert.

Planet: der Fussabdruck der Logistik muss gesenkt werden, je mehr gute Ideen umgesetzt werden, desto besser.

Profits: das Personal muss gut sein, um möglichst viel für die Firma zu verdienen – aber die Bereitschaft, mit den Mitarbeitenden Profite zu teilen ist vollkommen unterentwickelt oder die notwendigen Erträge aufgrund des Wettbewerbs nicht da.

Zuordnung zu den Konferenzen

Wo Wann Wer Thema
Forum I 12.05.2017
10:30- 12:00
BVL Themenkreis Image der Logistik Kreisklasse oder Champions-League: Wo spielen Logistiker?
Forum II 12.05.2017
10:30- 11:30
Fraunhofer IIS – Arbeitsgruppe für Supply Chain Services SCS & Hochschule Augsburg Forschungsgruppe für optimierte Wertschöpfung (HSAOps) Motivierte Logistiker leisten mehr?
Forum III 12.05.2017
10:00- 11:30
Verkehrs Rundschau Nachwuchs in der Logistik
Forum III 12.05.2017
12:00- 13:30
LogCareer.de Recruiting 4.0: Passende Mitarbeiter finden, integrieren und binden
 
 
Highlights
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